Editorial - Band 1 Lila Langen

Liebe Leserinnen und Leser, vieles ging flott von der Hand, anderes war mühsam, einiges brauchte viel mehr Zeit und Geduld als geplant, manches kam unerwartet und in nicht geahnter und nicht geplanter Fülle. Beim Produzieren dieses Buches war es so wie mit der Frauenbewegung auch. Mal ging es frisch nach vorne, dann wieder nur schleppend voran. Da jedoch auch beim großen Team der Autorinnen und Autoren von „Lila Langen – Frauengeschichte(n)“ stets die Lust am Gelingen überwog, gibt es ein vorzeigbares Ergebnis. Und das ist erst der Anfang.

Prädikat: Empfehlenswert / Liebenswert

Buchpreis € 10,-

Erhältlich bei der Satdt Langen
oder direkt bei uns zzgl. Versandkosten.

Wir sind stolz und beglückt: Band 1 „Lila Langen – Frauengeschichte(n)“ ist fertig. Eine professionell erstellte Dokumentation, die sich mit Leben, Wirken und Engagement von Frauen in Langen beschäftigt: Frauensonntag, Frauenalltag, Frauenbewegung, freche Weiber, laute Mütter, Geschichten in Mundart, Erinnerungen von hoch betagten Zeitzeuginnen, First Ladies, Künstlerinnen und Kulturpreisträgerinnen, Herrinnen von Wolfgarten, gelehrige Haushaltungsschülerinnen, Chefinnen, Altstadtfrauen, glückliche Bräute in Tüll und Spitze und ganz persönliche Frauengeschichten von heute und gestern sowie mehr als nur einen Blick in die Zukunft – das alles findet sich in diesem ersten Band.

Das 25jährige Bestehen des Langener Mütterzentrums 2011 und der 25. Geburtstag des Frauenbüros der Stadt Langen 2012 sind dafür Anlass. Zugleich setzt „Lila Langen“ die Reihe der städtischen Publikationen fort, die 2008 mit „Das fünfte Quartal“ und der „Nordendchronik“ starteten.

Mit unserem Frauengeschichtsbuch, das weit und breit einmalig sein dürfte, leisten wir ein Stück Pionierarbeit. Denn Geschichte von Frauen gerät zu oft in Vergessenheit, meist ins Abseits, wenn wir sie nicht selbst aufschreiben. Im Langen-Buch „Das fünfte Quartal“ kam uns die bewegte Frauengeschichte der letzten Jahre viel zu kurz.

Mit „Lila Langen“ ist es uns gelungen, viele Helferinnen und „Bewahrerinnen“ mit ins Boot zu holen - so, wie die Frauen vom familienkundlichen Arbeitskreis oder die Hochbetagten, die sich noch an die 20er Jahre erinnern können. Damit gelang es, auch eine „Brücke“ über viele Generationen und Jahrzehnte zu schlagen, in denen Frauen endlich Schulbildung und Berufsausbildung zugestanden wurde, in denen sie endlich das Wahlrecht erhielten, in denen sie begannen politisch aktiv zu werden, in denen sie als "Heldinnen des Alltag" das Überleben gegen Krieg und Hunger organisierten und ihre Recht auf Gleichberechtigung entdeckten. Dies alles wird gespiegelt im Alltag und in den Geschichten unserer kleinen Stadt.

Es sind viele Geschichten geworden. Und das Material, das wir zusammentragen konnten, ist so umfangreich und spannend, dass es nicht in ein einziges Buch passt. Deshalb wartet schon ungeduldig der zweite Band auf seine Veröffentlichung. Erscheinungstermin soll Anfang 2012 sein. Dann geht es weiter mit Hexen, Mord und Zyankali, Hebammen und Stadtschwestern, Sportlerinnen und Politikerinnen, Sonntagsvergnügen, Töchtern, die ihre Mütter beschreiben, Mode im Wandel der Zeit, aber auch mit den Verfolgten und Zwangsarbeiterinnen in der NS-Zeit.

Die Entscheidung für zwei Bände fiel recht schnell - zumal die Kosten den Stadtsäckel kaum belasten: Die Texte wurden fast ausschließlich zum Nulltarif geliefert, von engagierten Heimatforscherinnen, von Töchtern engagierter Mütter, von Vereinsfrauen, von Politikerinnen, Frauenrechtlerinnen, bekannten Persönlichkeiten aus Langen und von städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Überarbeitet und zusammengestellt wurde das Material von einem Journalisten-Trio, das ebenfalls ehrenamtlich arbeitete. Wir sind Margrit Jansen, Erna Götz-Tull und Peter Holle. Bei der städtischen Frauenbeauftragten Annerose Gebhardt liefen die Fäden zusammen. Wieder übernahm die Firma Keim in bewährter Weise die Druckvorlagenherstellung.

Alle haben viel Herzblut in dieses Werk gesteckt. Vielfach sind in den Artikeln und Berichten ganz persönliche Sichtweisen enthalten. Daher sind alle Beiträge mit den Namen der Verfasserinnen und Verfasser gekennzeichnet. Dennoch haben wir uns um größtmögliche Objektivität bemüht.

Die Stadt Langen kann sich darüber freuen, mit „Lila Langen“ eine wohl bisher einmalige historische Aufarbeitung ihrer „Frauengeschichte“ zu erhalten. Wir bedanken uns bei allen, die mitgewirkt haben. Mit Texten und Ideen, mit Fotos und Abbildungen, mit Erzählungen und Berichten, mit Archivmaterial, mit Rat und Tat und offen Ohren. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch das Namensregister im Anhang.

Selbstverständlich waren uns auch das Stadtarchiv und die Zeitungsarchive eine wertvolle Hilfe: Danke an die Langener Zeitung, Dreieich-Zeitung (früher Dreieich-Spiegel), Frankfurter Rundschau, FAZ.

Der kommunale Haushalt wird auch aufgrund verschiedener Spenden so gut wie nicht belastet: Unser Dank gilt der Sparkasse Langen-Seligenstadt, den Stadtwerken Langen, der Sehring AG Langen, der Bodo-Sponholz-Stiftung und der früheren Altstadtinitiative LAIGK.

Ein großer Teil der Fotos und Abbildungen stammt aus privatem Besitz, aber auch aus Archiven von Vereinen (wie z.B. dem Mütterzentrum Langen e.V.) und Initiativen, Kirchen, dem Stadtarchiv, dem städtischen Pressearchiv. Im gesamten Buch verteilt finden sich auch Fotos von Profifotografen wie Marc Strohfeldt und Olaf Hermann. Und es gibt Karikaturen von Uschi Heusel und Thilo Gebhardt.

Wir wissen, selbst wenn Band 2 „Lila Langen – Frauengeschichte/n“ erschienen sein wird, unsere Dokumentation bleibt unvollständig und nur ein Baustein. Sie ist jedoch so vollständig und umfassend wie das Gedächtnis und die Recherchemöglichkeiten des großen Teams der Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Wir wissen, dass einigen Leserinnen und Lesern dennoch etwas fehlen kann. Das wird hoffentlich dazu führen, dass die lokale Frauengeschichte weiter fortgeschrieben wird.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen uns auf Rückmeldungen, Anregungen und Ergänzungen und wir sind dankbar für Lob und Kritik.

Das Redaktionsteam „Lila Langen“

Annerose Gebhardt

Erna-Götz-Tull

Peter Holle

Margrit Jansen

Langen Sommer 2011